dav

Tagesstätten und Jugendzentrum in Sao Paulo

Wenn der Weg zur Arbeit sechs Stunden Busfahrt bedeutet, kann es gut sein, dass wir uns in São Paulo befinden, dem wichtigsten Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum Brasiliens. Leider ist die Stadt auch in Bezug auf Kriminalität und Armut eine Hochburg. Die meisten Kinder, die wir betreuen, kommen aus den sogenannten „Favelas“, den Armenvierteln der Mega-Stadt. In São Paulo kommt es im 63 000 Kilometer weiten Straßennetz nicht selten vor, dass Angestellte eine sechsstündige Busfahrt in Kauf nehmen müssen, um zur Arbeit zu kommen. Die Kinder bleiben häufig sich selbst überlassen und sind der Gefahr der Straße ausgesetzt, während die Eltern arbeiten. Dazu gehören häufige Umzüge aufgrund von neuen beruflichen Aussichten der Eltern. In der Hoffnung auf eine bessere Arbeitsstelle verlassen viele Familien ihren Wohnort. Diese Wechsel betreffen auch von uns betreute Kinder. Doch selbst Hilfe, die zeitlich begrenzt ist, bewirkt, dass Kinder vor Armut, Gewalt und einem Leben auf der Straße bewahrt werden, ihnen Bildung und somit ein Fundament für die Zukunft geschenkt wird.

Im Schutz der Tagestätte

In Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation „A Mão Cooperadora“ (Die helfende Hand) betreuen wir 194 Kinder in São Paulo und Umgebung. Unsere Hilfe konzentriert sich auf zwei Tagesstätten in den Stadtteilen Jardim Três Corações und Cocaia. Die Einrichtungen haben eine Schutzfunktion für die Kinder, denn ohne diese würden unzählige von ihnen zu Straßenkindern werden. In der Tagesstätte erleben sie einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßigen, frisch zubereiteten Mahlzeiten.

Die Wasserknappheit in São Paulo führte in der Vergangenheit oft zu Problemen und Engpässen. 2016 konnte dank einer Sonderspende der Kauf eines Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von bis zu 40 000 Liter Regenwasser ermöglicht werden. Das Wasser wird für die täglichen Putzarbeiten und die Toilettenspülungen benutzt. Seitdem bleibt auch genug sauberes und kostbares Wasser für die Zubereitung der Mahlzeiten und zum Trinken.
Im Schutz der Tagesstätte sind die Kinder von Menschen umgeben, die als Bezugspersonen für sie da sind und ihnen zuhören – für viele Kinder eine vollkommen neue Erfahrung.

Die Ruhe beim Mittagsschlaf und das abwechslungsreiche, tägliche Programm mit Basteln, Spielen, Singen, Tanzen und Musizieren bilden eine Oase inmitten des Chaos der Millionen-Stadt. Die Eltern wissen sie gut aufgehoben und können ihrer Arbeit nachgehen, ohne sich Sorgen zu machen.

Das Jugendzentrum als Wegbegleiter

Im Anschluss an die Zeit in der Tagesstätte ist das Jugendzentrum im Stadtteil Jardim Três Corações eine weitere wichtige Einrichtung auf dem Weg zur Verbesserung der Zukunftsperspektiven für die Kinder. Aktuell werden dort 400 Jugendliche betreut.
Durch Förderung und Hilfestellung werden der Abschluss einer Schulausbildung und die Integration in Familie und Gesellschaft erreicht.

Neben Kultur, Religion und Sport bietet das Jugendzentrum auch Nachhilfeunterricht, Alphabetisierungskurse, Computerkurse und Musiktherapie an. Musik ist ein ausgezeichnetes Mittel, um den jungen Menschen zu helfen und Fröhlichkeit und Hoffnung in ihr Leben zu bringen.

Wie können Sie helfen?

Unsere Entwicklungszusammenarbeit ist in Brasilien als Verein (NGO) unter dem Namen A Mão Cooperadora (AMC) staatlich anerkannt und registriert. Sie unterstützen uns:

  • Durch die Übernahme einer Patenschaft mit 30 Euro im Monat für ein bedürftiges Kind in Sao Paulo.
  • Durch eine Spende für das Jugenzentrum im Stadteil Jardim Três Corações von Sao Paulo.
  • Durch eine Spende für unsere Kindertagestätte in Sao Paulo.

Sie haben Fragen?  +49 (0)5622 6160 oder per E-Mail.

Informationen für Brasilien

Projektbeschreibung

In Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation „A Mão Cooperadora“ (Die helfende Hand) betreuen wir 194 Kinder in São Paulo und Umgebung. Unsere Hilfe konzentriert sich auf zwei Tagesstätten in den Stadtteilen Jardim Três Corações und Cocaia. Die Einrichtungen haben eine Schutzfunktion für die Kinder, denn ohne diese würden unzählige von ihnen zu Straßenkindern werden.

» Informationen zu Brasilien

“Endlich ein Mensch”

Vanessa wuchs in einem verwahrlosten, kriminellen Umfeld auf. Ihr Vater wurde bei einem Einbruch von dem Eigentümer des Hauses überrascht und ermordet. Unsere Mitarbeiter fanden die 10-Jährige bettelnd auf der Straße. Die Mutter war mit der Erziehung der vier Kinder völlig überfordert. Als Vanessa aufgenommen wurde, hatte sie keine Papiere. „Jetzt bin ich endlich ein Mensch!“, rief sie freudestrahlend, als Projektleiter Pastor Arminio Kopp ihr nach etlichen Behördengängen eine Geburtsurkunde überreichen konnte.
Vanessa entwickelte sich prächtig in der liebevollen, behüteten Atmosphäre unserer Tagesstätte. Mit 18 Jahren half sie schon tatkräftig in der Küche und engagierte sich in der Jugendgruppe der Kirchengemeinde. Seit dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitet sie als Pädagogin bei uns.