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Tagesstätte und Schule in Piraquara

Die Stadt Piraquara im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná hat ca. 93.000 Einwohner. Die Stadt ist geprägt von staubigen Erdstraßen, Arbeitslosigkeit und Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Familien leben von kleinen Dienstleistungen oder Gelegenheitsarbeiten als Tagelöhner, Handlanger, Papiersammler. Eine reiche Oberschicht steht Hunderttausenden von Menschen gegenüber, die nicht wissen, wovon sie die nächste Rechnung oder gar den nächsten Einkauf bezahlen sollen. Jedes freie Stück Land wird als Garten angelegt, die Besitzverhältnisse sind oft ungeklärt. Es gibt keine Industrie und so sind viele Eltern den ganzen Tag unterwegs, um einer Arbeit nachzugehen oder sich eine zu suchen, selbst wenn sie ihre Kinder sich selbst überlassen müssen. In vielen Fällen führt die Arbeitslosigkeit zu Verwahrlosung, Drogen oder Prostitution. Kindern, die so aufwachsen, fehlt es an vielem, vor allem an Fürsorge und Zeit, die ganz ihnen gewidmet wird.

Unser Kinderhilfswerk engagiert sich in Piraquara in Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation A Mão Cooperadora („Die Helfende Hand“) in einer Schule und einer Tagesstätte mit Ganztagsbetreuung.

Bildung schenkt Zukunft

Die Hilfe hat sich im Laufe der Jahre verändert. In dem Schwellenland Brasilien haben sich staatliche soziale Strukturen entwickelt. So zahlen z. B. viele Städte die Gehälter der MitarbeiterInnen in den Kindertagesstätten. Wir konnten daraufhin unsere Patenschaftshilfe auf unsere Schule und die Tagesstätte in Piraquara konzentrieren, einer ärmeren Stadt, die keine Finanzierung leistet. Die Schule wurde durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) finanziert und ist jetzt, nach über 13 Jahren, ein fester Bestandteil der Stadt. Sie bietet Unterricht von der ersten bis zur neunten Klasse und wird von 700 Kindern besucht. Eltern übernachten in Zelten und stehen tagelang Schlange vor der Eingangstür, um ihre Kinder anzumelden. Sie schätzen die familiäre Atmosphäre und den hohen Bildungsstandard.

Im Schutz der Tagesstätte

In der Tagesstätte werden fast 200 Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren von morgens bis abends betreut. Nach Ankunft am Morgen erhalten die Kinder ein gesundes Frühstück, danach putzen sie die Zähne. Dann gehen die Kinder in ihre Gruppen- bzw. Klassenräume. Hier können sie Unterstützung bei Hausaufgaben oder Lernschwierigkeiten erhalten, malen, spielen oder Musik hören. Sie erhalten außerdem eine ihrem Alter entsprechende Hygieneerziehung. Auch die Kindergartenkinder lernen bereits spielerisch die Buchstaben und Zahlen. Viel Wert wird außerdem auf die Bewegung an der frischen Luft gelegt. In unserer Tagesstätte bekommen die Kinder neben dem Frühstück ein ausgewogenes Mittagessen und einen Nachmittagssnack, zudem vor allem frisches Obst gehört. Für die Kinder, die erst am Nachmittag in die Tagesstätte kommen, besteht nach dem Mittagessen die Möglichkeit einer Hausaufgabenbetreuung und einer Förderung ihrer Interessen und Talente.

Über die alltägliche Arbeit als Tagesstätte hinaus, wird die Beziehung zwischen Kindern und Eltern gefördert. So gehören spezielle Mütter- und Vätertage sowie größere Ausflüge zum Programm. Eltern und Mitarbeiter wissen, dass die vielen Kinder ohne Unterstützung nicht aus dem Elendskreislauf von geringer Bildung und anschließender Armut herauskommen würden. Und die Kinder spüren es auch.

Wie können Sie helfen?

Unsere Entwicklungszusammenarbeit ist in Brasilien als Verein (NGO) unter dem Namen A Mão Cooperadora (AMC) staatlich anerkannt und registriert. Sie unterstützen uns:

  • Durch die Übernahme einer Patenschaft mit 30 Euro im Monat für ein bedürftiges Kind in Piraquara.
  • Durch die Finanzierung eines Schulplatzes in Piraquara mit 70 Euro jährlich für ein Kind.
  • Durch eine Spende für unsere Tagesstätte in Piraquara.

Sie haben Fragen?  +49 (0)5622 6160 oder per E-Mail.

Informationen für Brasilien

Projektbeschreibung

Unser Kinderhilfswerk engagiert sich in Piraquara in Kooperation mit der lokalen Partnerorganisation A Mão Cooperadora („Die Helfende Hand“) in einer Schule und einer Tagesstätte mit Ganztagsbetreuung. Die Schule bietet Unterricht von der ersten bis zur neunten Klasse und wird von 700 Kindern besucht. In der Tagesstätte werden fast 200 Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren von morgens bis abends betreut. 

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Hoffnung wird spürbar

Im Oktober 2016 besuchte unsere Geschäftführerin Beate Tohmé unsere Tagesstätte in Piraquara: “Beim Betreten der Kita überreicht mir der fünfjährige Lucio schüchtern ein kleines gebasteltes Geschenk. Die Leiterin der Kita erzählt mir, dass Lucio vor einigen Monaten zu uns kam, kurz nachdem seine Mutter verstorben war. Er sprach nicht, war in sich gekehrt, und taute nur langsam auf. Mittlerweile redet er und fühlt sich wohl hier bei uns. Der Vater bemüht sich, den Jungen gut zu versorgen. Er kommt zu jedem Elternabend! Während meiner Brasilien-Reise gab es überall Begegnungen mit ehemaligen Patenkindern, die jetzt als LehrerInnen, PastorInnen, Angestellte oder Selbstständige ihren Platz im Leben gefunden haben. Besonders bewegt hat mich, dass viele in unseren Einrichtungen tätig sind und das an Kinder weitergeben, was sie selbst empfangen haben. Die liebevolle, herzliche Atmosphäre ist echt und spürbar.”