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Ausbildungszentrum Bishoftu

Ein Kampf ums Überleben

Durch Unruhen wurde Äthiopien stark zerrüttet und gehört heute zu den ärmsten Ländern der Erde. Wirtschaftliche Grundlage ist die Landwirtschaft, von ihr leben 80 % der Bevölkerung (UNDP 2019) . Dürrebedingte Ernteausfälle führten jedoch zu Hungerkatastrophen und Flüchtlingselend.

Ein stets gegenwärtiges Bild: Kleine Hände, die sich bettelnd jedem Vorübergehenden entgegenstrecken. Oft sind die Kinder gerade fünf oder sechs Jahre alt. Schätzungsweise 150.000 Kinder leben in den Städten auf der Straße. Diese Kinder, die auf sich allein gestellt sind, nehmen oft gefährliche und menschenunwürdige Arbeit an. Sie werden oft Opfer von sexueller Ausbeutung, Drogensucht und Gewalt. 

Vom Straßenkind zum qualifizierten Facharbeiter

Wie sollen junge Menschen ins Leben entlassen werden ohne die Chance auf eine Ausbildung? So entstand vor Jahren die Vision von einem Ausbildungszentrum. Der Bürgermeister von Bishoftu, einer Stadt 45 km südöstlich von Addis Abeba, war sofort begeistert von der Idee und stellte spontan ein 17.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat den Bau mit Zuwendungen gefördert. Im September 2010 konnte das Ausbildungszentrum im Beisein vieler Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben feierlich eröffnet und seiner Bestimmung übergeben werden.

Seitdem können hier in einem Kurssystem bis zu 100 junge Menschen eine qualifizierte Ausbildung absolvieren. Alle Absolventen erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat. Die Auszubildenden kommen aus ärmsten Verhältnissen. Bei der täglichen Sorge ums Überleben ist an die Bezahlung von Ausbildungsgebühren nicht zu denken. Mit der Ausbildung werden Wege aus der Armut aufgezeigt und Zukunftsperspektiven vermittelt. Junge Menschen können so selbständig für ihren Lebensunterhalt sorgen und müssen nicht mehr bettelnd durch die Straßen der Städte laufen.

Mehrere hundert junge Erwachsene konnten bisher ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. Alle haben anschließend eine Arbeit gefunden. Die Ausbildung erfolgt in den Bereichen Küche/Gastronomie, Hotelbetrieb/Service, Bauhandwerk, Schlosser und Elektroinstallation. Alle Auszubildenden werden darüber hinaus am Computer unterrichtet.  

In Bishoftu wird der Tourismusbereich in den letzten Jahren stark vom Staat gefördert (Hotels, Ferienanlagen). Weil hier ein großer Bedarf an qualifiziertem Personal entstanden ist, bilden wir auch für den Gastronomie- und Hotelbereich aus. Inzwischen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Hotels und Restaurants unsere Abgänger sehr gerne einstellen. Die Ausbildung dauert in der Regel zwischen sechs Monaten und einem Jahr. Nach erfolgreichem bestehen der Prüfung erhalten die Auszubildenden ein Zertifikat. Außerdem helfen wir beim Berufseinstieg, indem wir ihnen eine Stelle vermitteln oder sie bei der Gründung eines eigenen kleinen Gewerbes  unterstützen. 

Schon mit 40 € im Monat können Sie einen Ausbildungsplatz für einen Jugendlichen finanzieren. Ein Platz sichert alle Ausbildungskosten und schafft Zukunftsperspektiven.

Wie können Sie helfen? Das Kinderhilfswerk Global-Care arbeitet seit Jahren in Äthiopien in verschiedenen Hilfsprojekten. Sie unterstützen uns:

  • Durch die Übernahme einer Patenschaften für ein bedürftiges Kind in Äthiopien.
  • Durch die Unterstützung eines jungen Menschen für die einjährige Ausbildung in unserem Ausbildungszentrum in Bishoftu.
  • Durch eine freie Spende für die weltweite Arbeit des Kinderhilfswerks.

Sie haben Fragen?  +49 (0)5622 6160 oder per E-Mail.

Informationen für Äthiopien

Projektbeschreibung

Im September 2010 konnte ein Ausbildungszentrum in Bishoftu eröffnet werden. Die Ausbildung für junge Menschen erfolgt in den Bereichen Küche/Gastronomie, Hotelbetrieb/Service, Bauhandwerk, Schlosser und Elektroinstallation. Mit der Ausbildung werden Wege aus der Armut aufgezeigt und Zukunftsperspektiven vermittelt.

» Informationen zu Äthiopien

Eine Zukunft für Shura

Shura, 24 Jahre, machte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. Er ist Halbweise, sein Vater starb vor über 20 Jahren. Seitdem hat die Mutter die Verantwortung für ihre fünf Kinder alleine getragen. Die Mutter war in der Landwirtschaft tätig, ist aber mittlerweile zu alt und schwach, um auf dem Feld zu arbeiten. Einer der Söhne musste seine Schulausbildung abbrechen, um die Aufgaben seiner Mutter zu übernehmen. Shuras Familie lebt weit entfernt von dem Ausbildungszentrum, weswegen er sich ein Zimmer in der Nähe mietete. Neben seiner Ausbildung engagierte er sich ehrenamtlich in der Jugendarbeit. Mittlerweile hat Shura die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und eine Stelle als Elektroinstallateur gefunden. Er kann jetzt seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen. 


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+49 (0)5622 6160
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