Kinderhilfswerk Global-Care 

 

bild-katastrophehilfe-web

Katastrophenhilfe

Schnell und effektiv handeln

Viele Menschen in Afrika, Asien und Südamerika leiden unter der erschreckenden Gewalt von Naturkatastrophen: Erd-, Seebeben und Hurrikane vernichten in wenigen Stunden, was Menschenhände über Jahre aufgebaut haben. Anhaltende Dürren verursachen Hungersnöte. In Bürgerkriegen zerstören verfeindete Gruppen Infrastrukturen und Dorfgemeinschaften.

Kaum jemand in diesen Ländern kann sich aus eigener Kraft eine neue Lebensgrundlage schaffen.

Wo Menschen auch hungern, frieren und Krankheiten hilflos ausgesetzt sind, muss schnell und unbürokratisch geholfen werden: Global-Care verteilt in Katastrophengebieten Medikamente, Nahrung, frisches Wasser, Baumaterial und errichtet Notunterkünfte. Wir selbst schicken keine Ersthelfer in die betroffenen Gebiete, sondern arbeiten mit unseren lokalen Partnern zusammen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir keine Sachspenden für die Menschen in Katastrophengebieten annehmen können. Lagerung sowie Transport von Sachspenden bedeuten einen großen logistischen und finanziellen Aufwand. Hilfsgüter können vor Ort wesentlich schneller und zielgerichteter besorgt werden. Des Weiteren wird die lokale Wirtschaft mit dem Einkauf vor Ort unterstützt.

Als Sammelstellen für Sachspenden fungieren oft örtliche Kirchengemeinden oder Privatinitiativen. Bitte setzen Sie sich direkt mit Initiativen in Ihrer Region in Verbindung. Unser Kinderhilfswerk arbeitet mit lokalen Fachkräften, die durch Ausbildung und Trainings Katastrophen-Opfern professionell helfen können. Erst wenn die größte Not gelindert ist, entwickeln wir gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort neue Lebensperspektiven für die Überlebenden. 

Hier ein Besipiel aus dem Theri Distrikt Nordindien.
Das Kinderhilfswerk Global-Care engagiert sich gemeinsam mit Habitat for Humanity in einem von Aktion Deutschland Hilft finanzierten Projekt für die Katastrophenvorsorge im Bundesstaat Uttarakhand in Nordindien. Die Bevölkerung soll auf eine Katastrophe vorbereitet sein und schnell und richtig reagieren können, um den Verlust von Menschenleben zu verhindern und Schäden so gering wie möglich zu halten. In sechs Schulen, einem Krankenhaus (Christian Hospital Chamba) und in zehn Dörfern im Tehri-Distrikt wurden Arbeitsgruppen gebildet. Es finden Schulungen statt, Evakuierungspläne werden ausgearbeitet und Frühwarnsysteme installiert. In das Projekt sind besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder und Menschen mit Behinderung integriert, um ihre spezifischen Bedürfnisse und ihre Sichtweise zu berücksichtigen.

Dr. Rajesh Singh, Leiter des Christian Hospital Chamba, unterstützt uns maßgeblich in diesem Vorsorgeprojekt. Er berichtet von seinem persönlichen Auftrag und von den Hürden, mit denen er sich zu Beginn seiner Tätigkeit in dieser Region konfrontiert sah:

„Im März 1999 bin ich mit meiner Frau und unserer kleinen Tochter in die kleine Stadt Chamba im Himalaya umgezogen. Chamba befindet sich östlich von Tehri, wo ein großer umstrittener Staudamm gebaut wurde. Die Gegend hat sich durch den Stausee und die Nähe zur Hill Station Mussoorie zu einem beliebten Urlaubsziel für Inder der Mittelschicht entwickelt. Im Zuge dieser Entwicklung ist Chamba als Wohnort attraktiv geworden und die Einwohnerzahl rapide gewachsen. Ich bin Arzt und nach Chamba gezogen, weil es dort bis zu jenem Zeitpunkt  noch keine medizinische Einrichtung gab. Am 28. März 1999 kamen wir an und mieteten uns ein Zimmer. In der ersten Nacht bebte auf einmal die Erde. Ich wachte auf und legte mich reflexartig über meine Frau und Tochter, um sie zu schützen. In dem Tempel neben unserer Unterkunft läutete die Tempelglocke Sturm, begleitet von bedrohlichen Erdstößen. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurde es endlich still. Dann hörte ich Menschen um Hilfe schreien und rannte raus, um Verletzte in einer provisorisch eingerichteten Ambulanz zu versorgen. Ich dachte: „Was für ein eigenartiges Willkommen für mich in dieser Stadt!?“ Aber es sollte noch schlimmer kommen. Am Abend hörte ich einen Tumult auf der Straße. Eine aufgebrachte Menschengruppe kam lärmend in unsere Richtung. Sie riefen meinen Namen und verlangten, dass ich sofort ihre Stadt verlassen solle! Mein Kommen hätte Unglück über Chamba gebracht. Ich sei Schuld an dem Erdbeben der vergangenen Nacht!

Meine Frau und ich waren schockiert! Wir hatten unsere guten und sicheren Arbeitsplätze verlassen, um ein Krankenhaus für die Menschen in Chamba aufzubauen … In der folgenden Nacht konnten wir kein Auge zutun. Wir fürchteten um unser Leben. Am Morgen klopfte es laut an unsere Tür. Wieder war es eine große Schar Menschen  – diesmal still. Sie entschuldigten sich und baten mich, zu bleiben. ‚Gott hat dich zu uns geschickt‘, beteuerte eine verletzte Großmutter.“

Das Projekt wird mit Spenden von der Aktion Deutschland Hilft finanziert.

Projektlaufzeit 01.01.2013 - 31.12.2014
Projektvolumen 40.094,43 EUR
Projektpartner: Kinderhilfswerk India
Projekt 8001-000 Katastrophenvorsorge

 

/*