Wer hätte gedacht, dass mein Rückflug  aus Port-au-Prince am Sonntag, so ein Thema sein würde?

„Am 20. November wählen die Haitianer ihren Präsidenten. Das kann  zu Unruhen, Straßenblockaden oder Protestaktionen führen“, sagt Phyllis Newby und schaut dabei ernst und besorgt. Die Sorge wird unser ständiger Begleiter bleiben während  meines Aufenthalts in Haiti. Täglich erreichen uns neue Nachrichten und zwingen uns, Pläne zu ändern.Plakate Überall.

Eigentlich wollten wir bis Samstag im Süden bleiben, doch kurz vor der Abfahrt hören wir, dass von Samstag  bis einschließlich Sonntag der Ausnahmezustand verhängt wird.  Straßen werden für den Autoverkehr gesperrt sein.  „Dann musst Du Freitagabend ein Hotel in der Nähe des Flughafens nehmen und am Sonntag zu Fuß zum Flughafen gehen“, wird mir  geraten und gleichzeitig kommen Zweifel auf, ob dann überhaupt Flugverkehr stattfindet? Keiner weiß Genaues, das macht unsicher. Kurze Zeit später beruhigt uns ein Politiker. Nur am Sonntag wird ein eingeschränktes Fahrverbot gelten.

UN-Präsenz in der Nähe des Flughafens

Keiner darf seine Provinz verlassen. Was ist mit der Fahrt von St.Ard nach Port-au-Prince? Gott sei Dank, beide liegen in einer Provinz. Doch Phyllis Newby will mögliche Risiken ausschließen. Sie hört, dass am späten Vormittag viele Sicherheitskontrollen an zentralen Kreuzungen aufgestellt werden. Um Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der über 20 Kandidaten zu vermeiden, muss die Polizei Präsenz zeigen. So müssen wir in aller Frühe los, um möglichst problemlos durchzukommen.

Mittlerweile sitze ich jetzt, 4,5 Stunden vor Abflug nach Santo Domingo im Airport. Ich bin erleichtert, dass alles gut gegangen ist und der Flug planmäßig stattfinden wird. Ich hoffe,  dass es zu keinen weiteren Unruhen kommt und dass ein Kandidat gewählt wird, der das Land voranbringt. Haiti hat es bitter nötig.

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