Im April und Mai 2015 haben zwei schwere Erdbeben den Himalaya-Staat Nepal erschüttert. Mehr als 8.000 Menschen kamen ums Leben. 490.000 Häuser wurden komplett zerstört, über 260.000 Häuser stark beschädigt. 1,7 Mio Kinder waren lt. Vereinten Nationen akut auf Hilfe angewiesen. Unser Kinderhilfswerk engagiert sich mit dem lokalen Projektpartner ACN (Asal Chhimekee Nepal) für den Wiederaufbau einer Schule in Srinathkot im Distrikt Gorkha. Es soll ein neues Schulgebäude mit insgesamt 12 Klassenräumen entstehen, in dem qualifizierter Unterricht bis zur 12. Klasse angeboten wird.
Einsatsbeprechung der HilfskräfteImmer wieder spüren wir, welch spannende Herausforderung es ist, eine Schule in einem entlegenen Himalaya-Bergdorf in 1.000 Metern Höhe aufzubauen: Lange Transportwege, Straßen ohne Asphalt, Benzinknappheit wegen politischer Unruhen … Doch die Kinder vor Ort haben die Chance auf qualifizierte Bildung verdient. Für sie lohnt sich der Aufwand!

 

Die Janakalyan Higher Secondary School ist mit 30 Lehrkräften und 826 SchülerInnen die größte Schule in der Umgebung und seit den Erdbeben einsturzgefährdet. Die Verhandlungen über den Standort des neuen Gebäudes, die genaue Anzahl der Klassenräume und die detaillierte Bauplanung beanspruchten viel Zeit. Das alte Gebäude wurde mittlerweile abgerissen und der Schutt geräumt. Die neue Schule wird dort aufgebaut, wo momentan die Interims-Klassenräume aus Holz-Wellblech-Konstruktionen stehen.

Binod, 12 Jahre

BinodBinod ist Schüler unserer Schule in Srinathkot. Das Haus seiner Familie wurde, ebenso wie 90 % aller Häuser in der Umgebung, durch das Erdbeben zerstört. Unsere lokalen Mitarbeiter wurden bei einem Besuch vor Ort auf den Jungen aufmerksam, der eine schwere Gasflasche auf dem Rücken trug: „Ich habe schon einmal 30 Kilo über drei Stunden geschleppt“, erzählte Binod stolz. Doch dann huschte ein trauriger Ausdruck über sein Gesicht: „Ich muss Geld dazuverdienen, seit meine Mutter nicht mehr zu Hause ist. Mein Vater hat sie geschlagen, als er wieder einmal zu viel Alkohol getrunken hatte. Einmal habe ich sie blutüberströmt auf dem Fußboden gefunden. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und ist danach nicht mehr zurückgekommen. Jetzt sind nur noch meine Schwester und mein Vater da. Manchmal arbeite ich auf Feldern, sonst trage ich Lasten.“ Binod hat es nicht leicht. Doch er gibt nicht auf. „Ich schaffe es trotz meiner Arbeit, immer pünktlich in der Schule zu sein. Ich gehe jetzt in die sechste Klasse. Mein Traum ist es, Arzt zu werden.“ Binod blickt mutig in die Zukunft und hält an seinem Traum fest.


Lassen Sie uns gemeinsam helfen, damit Kinder wie Binod weiter qualifizierten Unterricht erhalten!

/*