Libanonkrieg 2006: Zwischen den Fronten der Hisbollah und Israel


Hilfsaktion im Libanon

2006. „Es war dunkel. Ohrenbetäubende Explosionen von niederprasselnden Bomben um uns herum. Unser Dorf war den bombardierenden Flugzeugen schutz- und hilflos ausgeliefert. Ich hatte Angst. Es gab kein Licht, es gab kein Essen. Das war mir aber in meiner Verzweiflung egal. Ich hatte meinen lieben Papa verloren und keinen Lebensmut mehr." Sabine schildert die dramatischen Nächte im Süden des Libanon während der Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah:

„37 Kinder starben unter den Trümmern des Hauses, in dem sie Zuflucht vor dem Bombenhagel gesucht hatten. Meine Freunde und Familienangehörige wussten nicht, wohin sie fliehen sollten. Es gab kein Entrinnen. Die israelische Armee hatte alle Einwohner vor einer Flucht mit dem Auto gewarnt. Alle Zufahrtstraßen lagen unter Beschuss. So waren wir gefangen zwischen brennenden Häusern und Trümmern. Ich dachte, mein Leben hat keinen Sinn mehr. Doch dann kamen Pastor Said Mallouh und seine Helfer mit Lebensmittelpaketen, Decken, Matratzen und anderen Hilfsgütern zu uns. Das war die Rettung in der Not! Es tat so gut, dass sie uns zuhörten und Hoffnung gaben für ein Weiterleben und die Zukunft. DANKE! Ich habe Euch lieb!"

Diese und andere dramatische Erlebnisse hörten die ehrenamtlichen Helfer von Pastor Saids Kirchengemeinde als sie die Flüchtlinge versorgten. Monate sind seit den Kriegshandlungen vergangen. Immer noch prägen Ruinen und Trümmer das Bild der bombardierten Dörfer. Immer noch leben Flüchtlinge bei Verwandten. Viele sind verzweifelt, weil sie keine Arbeit finden und ihre Familien nicht ernähren können.

Zum Ende des Jahres schrieb Pastor Said Mallouth: „Wir sehen die Ergebnisse von Hass und Gewalt. ABER: Ein Tropfen Wasser, ein Lächeln oder eine liebevolle Umarmung heilen die Wunden in den verletzten Seelen der Menschen. Darum war unsere Hilfsaktion wichtig und ein großer Segen für die Flüchtlinge. Wir geben die Hoffnung nicht auf und beten für Frieden in unserem Land."


Fakten zur Hilfsaktion im Libanon 2006:

Das Kinderhilfswerk stellte 10.000 EUR als Soforthilfe zur Verfügung. Zielgruppe waren 600 Familien, die ihre Häuser in der Nähe von Hisbollah-Stützpunkten verlassen mussten und in die christlichen Dörfer Jezzine, Ain Ebel und Marje'youn flüchteten. Die ehrenamtlichen Helfer von Pastor Said Mallouhs Kirchengemeinde in Beirut packten Hilfspakete mit Lebensmitteln, Medizin, Hygieneartikel, Decken, Matratzen etc. und brachten sie unter Lebensgefahr zu den Flüchtlingen in die südlichen Dörfer. Mehrmals mussten Transporte wegen unpassierbarer Straßen oder Bombardierung der Zufahrtsstraßen verschoben werden.

Weltweit

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