Japan

Zwei Jahre später


2013. Zwei Jahre sind seit dem zerstörerischen Erdbeben, dem darauffolgenden Tsunami und der Reaktorkatastrophe in Japan vergangen. Für die Angehörigen der 20 000 Todesopfer wird der 11. März 2013 ein schmerzvoller Tag der Trauer. Nichts ist mehr so wie es vorher war. Auch der Verlust des Zuhauses - insgesamt 500 000 zerstörte Häuser - ist mit Schrecken und traumatischen Erfahrungen verbunden. Kinderfotos, Kleidung, Bücher, Betten und Kochtöpfe – die heimeligen eigenen vier Wände sind nur noch Erinnerung ...

Doch auch nach der Katastrophe geht das Leben weiter und es tut gut, die Anteilnahme anderer Menschen zu erfahren. Daher freuen wir uns, dass unser Kinderhilfswerk helfen kann.

Wiederaufbau der Tagesstätte

Langsamer als gedacht sind die Schuttberge aus der 39 000-Einwohner-Stadt Kamaishi verschwunden. Wenn man bedenkt, dass 80 % der Gebäude zerstört waren, ahnt man das gigantische Ausmaß der Verwüstung!
Zusätzlich gibt es Engpässe bei der Lieferung von Baumaterial und einen Mangel an Arbeitskräften. So verschiebt sich die geplante Einweihung der Tagesstätte von Dezember 2013 auf das Frühjahr 2014. Die neue Tagesstätte „Kodomo-en" wird ein kombinierter Kindergarten mit Tagesstätte für bis zu 120 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sein. Der Staat hat das Grundstück zur Verfügung gestellt und finanziert die Baumaßnahmen. Die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care sorgt für die Innenausstattung und unterstützt den Bau eines Spielplatzes mit Turngeräten, Rutsche, Klettergerüst, Sandkasten und Schwimmbecken.
Die Kinder freuen sich auf Spiel und Spaß an der frischen Luft, denn in den engen Wohncontainern haben sie keinen Platz zum Toben.

Traumabewältigung

Regelmäßig bieten qualifizierte Therapeuten in der Tagesstätte Traumabewältigungskurse für Kinder, Familien und das Personal an. Sie legen Wert darauf, dass vor der therapeutischen Beratung zuerst Verspannungen gelöst werden. Seminare zum Thema ꞋꞋKommunikation mit traumatisierten KindernꞋꞋ sollen den Mitarbeitern helfen, die Kinder professionell zu betreuen.
Bei den Workshops für die Kinder findet ein buntes Programm mit Rollenspielen, Verkleiden, Gesprächen und Bildergeschichten statt.

Feste – Rückkehr in ein normales Leben

Seit Jahren organisiert die Kindertagesstätte Kamaishi ein Sommerfestival, eine Weihnachtsfeier und ein Sportfest für Familien.
Die Feste sind regelmäßiger Bestandteil im Jahreskalender der Stadt und wichtig für die Rehabilitation der Katastrophenopfer. Sie lassen die traumatisierten Menschen, die oft Angehörige und Existenz verloren haben und vor einer unsicheren Zukunft stehen, unbeschwerte, fröhliche Stunden erleben.

Am 21. Juli 2012 fand das jährliche Sommerfest der Kindertagesstätte statt. Neben den Erziehern/innen halfen 42 Freiwillige mit, um den riesigen Ansturm von 600 Gästen zu bewältigen.

Alle Kinder und das Personal der Kindertagesstätte begrüßten die Gäste in selbst angefertigten Yukatas, traditionellen japanischen Kleidungsstücken aus Baumwolle, vergleichbar mit Kimonos, die zu Sommerfesten getragen werden.

Es war das erste Fest in Yukatas nach dem Erdbeben und Tsunami. Auf dem Gelände waren Stände mit z. B. Thai-Nudeln, Bananen mit Schokolade, Zuckerwatte und Spiele mit Wasserbomben aufgebaut. Die Kinder und Erzieher/innen zeigten traditionelle Tänze. Nach einem Jahr der Ungewissheit freuen sich die Familien und Mitarbeiter, dass die Zukunft der Kamaishi Kindertagesstätte durch den Wiederaufbau gesichert ist. Alle konnten das Fest unbeschwert genießen.

Vielen Dank an alle, im Namen der Kinder und Familien in Japan, die unsere Hilfsmaßnahmen unterstützt haben.


Hilfe für Katastrophenopfer

Wir freuen uns, wenn wir auch in Zukunft gemeinsam Not leidenden Kindern und Familien nach einer Katastrophe eine helfende Hand reichen.
Wo im Moment dringend Spenden benötigt werden sehen Sie hier: Katastrophenhihlfe - Aktuell im Fokus.

Helfen Sie den Betroffenen weltweit. Ihre Spende kommt an!

Weltweit

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