Japan

Drei Jahre später


2014. Drei Jahre sind seit dem Erdbeben, dem darauffolgenden Tsunami und der Reaktorkatastrophe in Japan vergangen. Die Schreckensnachrichten über die verheerenden Schäden und Folgen haben die Welt in Atem gehalten. Mittlerweile haben sich die Medien längst anderen Themen auf der politischen Weltbühne zugewandt.
Unsere Hilfsmaßnahmen dauern jedoch an und helfen den traumatisierten Menschen in Kamaishi in den Alltag zurückzufinden.

Die Küstenstadt Kamaishi befindet sich in der Präfektur Iwate im Nordosten des Landes auf Honshu, der Hauptinsel Japans. Fast 3 % der 39 000 Einwohner kamen durch das Erdbeben und die über 9 Meter hohe Tsunami-Welle ums Leben. 80 % der bewohnten Fläche wurden zerstört.

Die Bewältigung der Schäden ist selbst für ein hochentwickeltes Land wie Japan eine enorme Herausforderung.

Zerstörung in Kamaishi Foto

Wiederaufbau der Kindertagesstätte

Die Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care finanziert die Innenausstattung und einen Spielplatz für die Kindertagesstätte Kamaishi, die durch den Tsunami komplett zerstört wurde und im Auftrag der Stadt neu gebaut wird. Das neue Gebäude wird in ausreichender Entfernung zur Küste stehen. Aus Kostengründen wurde der Bau der Tagesstätte in Kombination mit einem Häuserkomplex und einem Gemeindezentrum ausgeschrieben. Bisher verliefen die Ausschreibungen erfolglos, weil Angebote wieder zurückgenommen wurden oder zu teuer waren. Im Januar 2014 hat die Stadtverwaltung die Richtlinien für die Auftragsvergabe geändert.
Die Ausschreibung soll nur noch separat für die Tagesstätte erfolgen, damit ein Betrieb ab April 2015 sichergestellt ist. Im Baugewerbe der gesamten Präfektur gibt es nach wie vor einen gravierenden Mangel an Maschinen, Material und Personal.
Der Bürgermeister hat sich für die Verzögerung entschuldigt und mehrfach betont, wie wichtig die neue Tagesstätte für die Kinder und Familien in Kamaishi ist.

Trauma-Bewältigung

Auch 2013 fanden regelmäßig Therapien mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Trauma-Bewältigung für Kinder, Familien und das Personal der Kindertagesstätte statt.
Bei der Touch-Care-Therapie wird Wert darauf gelegt, dass vor der therapeutischen Beratung zuerst die körperlichen Verspannungen gelöst werden. Bei den Mitarbeitern lagen z. B. ausgeprägte Verspannungen im Nacken- und Halsbereich vor, die sie gar nicht wahrgenommen bzw. als normal empfunden hatten. In den Kursen lernten sie Massagetechniken und waren begeistert über die wohltuende, spürbare Hilfe.

2013 wurden mehrmals Musiktherapien und Kurse des therapeutischen Theaters für die Kinder mit Rollen- und Kreisspielen, Verkleiden, Gesprächen und Bildergeschichten durchgeführt. Alle Kurse werden von qualifizierten, zertifizierten Therapeuten durchgeführt.

Feste – Highlights für Kinder


Seit Jahren organisiert die Kindertagesstätte Feste in Kamaishi.

Das erste Highlight für die Kinder ist das traditionelle Setsubun-Fest zum Frühlingsbeginn nach den Tagen der „Großen Kälte".
Am 20. Juli 2013 stand das Sommerfest auf dem Plan. 30 Freiwillige halfen bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Eltern, Verwandte, Nachbarn und Bewohner von temporären Häusern waren zu einem vielseitigen, von Kindern und Mitarbeitern vorbereiteten Programm mit Theaterstücken, traditionellen Tänzen, einer Seifenblasenshow und Bildergeschichten eingeladen.

Selbstverständlich durften die Spielstationen und Stände mit leckeren Snacks nicht fehlen!

Im Dezember fand die Weihnachtsfeier in der festlich geschmückten Stadthalle in Kamaishi statt. Die Kinder der Tagesstätte führten ein Theaterstück auf, es wurden Weihnachtslieder vorgetragen und gemeinsam gesungen. Als Dank und Belohnung erhielten die Kinder Süßigkeiten vom Weihnachtsmann.

Vielen Dank im Namen der Kinder und Familien in Japan für Ihre wertvolle Unterstützung! Wir freuen uns, dass wir gemeinsam notleidenden Menschen eine Perspektive für ihr Leben nach der Katastrophe geben können.

Weltweit

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