Samvedna - Hineinblicken in die Not


Hilfe für Menschen mit Behinderung in Nordindien  

Seit 2004 engagiert sich unser Kinderhilfswerk gemeinsam mit der Partnerorganisation Kinderhilfswerk India für Menschen mit Behinderung in entlegenen Bergdörfern des Himalayas im Bundesstaat Uttarakhand, Nordindien. Ziel ist es, die Einzigartigkeit und Begabung von Menschen mit Behinderung zu fördern und ihnen ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.


Schwerpunkte von Samvedna  

1. Es sollen auf breiter gesellschaftlicher Ebene Strukturen geschaffen werden, um Menschen mit Behinderung intellektuell und gemäß ihren Fähigkeiten zu fördern.
2. Fachkenntnisse sollen gebündelt zur Verfügung stehen, um Wissens- und Kompetenzlücken zu vermeiden.
3. Es sollen Vereine und Selbsthilfegruppen gegründet werden, die sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzen.
4. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung soll in der Öffentlichkeit thematisiert und verankert werden.

"Das ist in unserem Kontext in Indien leichter gesagt als getan", stellt J. P. Singh, Projektleiter vom Kinderhilfswerk India, fest. „Mit reinen Lippenbekenntnissen unserer Regierung in einer sozial ungerechten Umgebung haben Menschen mit Behinderung immer noch einen langen, anstrengenden Weg vor sich. Kaum jemand weiß etwas über ihre Probleme. Verständnis, Sensibilität, Fachleute und öffentliche Unterstützung fehlen. Eigentlich ist unsere Gesetzgebung weit fortgeschritten, aber tatsächlich ist leider davon kaum etwas zu spüren."

2010 wurde das Kinderhilfswerk India Mitglied im Community Health Global Network Uttarakhand Cluster und hat damit eine Plattform für Samvedna bzw. für die Kommunikation der Anliegen und Bedürfnisse von ca. 3 Mio. Menschen mit Behinderung gefunden. Dem Netzwerk gehören 40 Organisationen und Vereine an. Aus dieser Zusammenarbeit sind zwei Projekte entstanden:

Hope Samvedna
• In dem Projekt vom Kinderhilfswerk India und Agnes Kunze Society (AKS) geht es um gezielte Hilfe für Kinder mit Behinderung im Hope Samvedna-Zentrum in Singhniwala. Einmal pro Woche werden 15 Kinder von qualifizierten Mitarbeitern betreut. Für jedes Kind gibt es ein individuelles Lernprogramm, gesundes Essen und medizinische Behandlungen. Die Kinder entwickeln sich prächtig. Besonders der vierjährige Arayan hat alle begeistert. Vor kurzem konnte er noch nicht laufen. Mittlerweile geht er einige Schritte ohne fremde Hilfe! Neben der Betreuung der Kinder finden regelmäßig themenbezogene Workshops, Elterntreffen, Weiterbildungen für Mitarbeiter, Physiotherapie etc. statt.

Aslam ist elf Jahre alt und lebt mit vier Geschwistern und den Eltern in dem Dorf Hasanpur in einem einfachen Lehmhaus ohne Strom- und Wasseranschluss. Der Vater verdient 1.000 Indische Rupien (ca. 12 EUR) im Monat, die Mutter kümmert sich um den Haushalt. Der Verdienst des Vaters reicht nur für eine karge Ernährung der Familie. Für Kleidung, Medizin im Krankheitsfall und andere wichtige Bedürfnisse bleibt nichts übrig. Aslam ist körperbehindert und kommt seit Mai 2012 in unsere Betreuung ins Hope Samvedna-Zentrum. Der Elfjährige hat Lernprobleme, zeigt aber großes Interesse an handwerklichen Tätigkeiten. Vor kurzem wurde er von einem Arzt untersucht. Ergebnis: Aslam kann geholfen werden! Zwei Operationen, Prothesen und Physiotherapie stehen auf dem Behandlungsplan. Doch keiner kann für die Kosten aufkommen. Die Eltern haben kein Geld und es gibt keine Krankenversicherung...

Durchschnittlich 40 EUR fallen für die Unterstützung eines Kindes im Hope Samvedna-Zentrum an.

Samvedna Jaunpur
In dem Projekt setzt sich das Krankenhaus Landour Community Hospital in der Stadt Mussourie gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk India für Menschen mit Behinderung in zehn Dörfern im Tehri Garhwal Distrikt ein. Besonders Kindern mit Entwicklungsdefiziten soll geholfen werden, ein gesundes, sicheres und erfülltes Leben in Würde zu leben. Neben korrigierenden Operationen geht es u. a. um Früherkennung, Kompetenzerweiterung der Mitarbeiter und Freiwilligen, Aufklärung und Interessenvertretung bei Behörden.
Krishna ist acht Jahre alt und lebt mit seiner Muter, seiner jüngeren Schwester und den Großeltern in dem Dorf Kaphulta. Krishna ist an Kinderlähmung erkrankt, kann sich nur auf dem Boden liegend fortbewegen und mit der rechten Hand eingeschränkt greifen. Er ist ein aufgeweckter Junge. Wenn man mit ihm spielt oder spricht, leuchten seine Augen. Krishna war noch nie in einer Schule. Sein Leben spielt sich in dem engen Zuhause in den Bergen ab. Als Krishna beim Besuch unseres medizinischen Teams das erste Mal untersucht wurde, konnte er nur kurz den Kopf heben. Durch die anschließende intensive Betreuung und regelmäßige Übungen hat sich Krishnas Zustand verbessert. Mittlerweile kann er den Kopf länger hoch halten und sogar mit etwas Unterstützung sitzen. Bald soll er einen Spezial-Stuhl bekommen, damit er alleine sitzen kann. Und Krishna hat noch mehr Potenzial: Er soll eine Schule besuchen oder zu Hause unterrichtet werden.
Im Jahr 2012 wurden 685 Personen mit Behinderung identifiziert, Trainings, medizinische Maßnahmen, regelmäßige Therapien, 45 orthopädische Eingriffe u. a. durchgeführt.
Projekt: 7900-017 Samvedna

Seit 2004 fanden bereits zahlreiche Camps in den Bergdörfern statt. Mehr als 3.000 Patienten wurden bereits untersucht und folgende Hilfsmaßnahmen durchgeführt:

• orthopädische Eingriffe (90 - 250 Euro)
• Therapien und Weiterbehandlungen
• Ausstattung mit orthopädischen Schuhen und/oder
Prothesen (10 - 50 Euro)
• Schulungen von Mitarbeitern und Behinderten (ab 50 Euro)
• Zentrum für Behinderte in Tilwara, Rudraprayag


Bitte helfen Sie noch heute!

Meine Spende für die medizinische Hilfe  

Weltweit

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