Unzählige Menschen in Afrika haben nur täglich 2 Liter ungereinigtes Wasser zur Verfügung, während unser Tagesbedarf in Europa bei etwa 140 Litern gereinigtem Wasser liegt.

Die Situation

Wasser gehört zu den lebensnotwendigen Grundbedürfnissen des Menschen. Während in vielen Entwicklungsländern 10 Liter Trinkwasser pro Tag eine große Hilfe wären, liegt der Tagesbedarf in Europa pro Einwohner bei etwa 140 Litern. Unzählige Menschen in Afrika haben aber nur 2 Liter ungereinigtes Wasser pro Tag zur Verfügung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierte darum folgendes Ziel: Sauberes Wasser für jeden Menschen zu Hause oder in einem Umkreis von 15 Minuten Wegdistanz. Als Kinderhilfswerk werden wir immer wieder mit den traurigen Realitäten konfrontiert. Wege zur Wasserstelle von 4-8 km gehören in Afrika zu den normalen Lebensbedingungen. Aber auch dann kann von Trinkwasser nicht immer die Rede sein.

Die entnommene Flüssigkeit aus einem Tümpel, Fluss oder See verdient nicht unbedingt den Namen „Wasser“. Verunreinigte Brühe, die nur Krankheiten und Not auslöst. Dazu kommt die Wasserknappheit, oft gibt es an diesen Wasserstellen nicht ganzjährig Wasser. So müssen die Menschen schon sehr früh unterwegs sein, wer zu spät kommt, kriegt nichts mehr ab.

Leben ohne Wasser - Ursache für viele Krankheiten

Leben ohne Trinkwasser ist aber nicht nur ein Problem der Entfernung. Eine wesentliche Ursache für Krankheiten und nachfolgende Notsituationen besteht gerade in der unbefriedigenden Qualität des Wassers. Die mindere Wasserqualität und die ungeschützten Wasserstellen, die auch vom Vieh als Tränke genutzt werden, sind Ursache für viele Erkrankungen (z.B. Ruhr, Durchfall, Würmer...) und auch Todesfälle. Gerade an diesen Wasserstellen warten die Moskitos auf ihre Opfer und übertragen Malaria. Ein Brunnen im Dorf bringt aber nicht nur eine gesundheitliche Verbesserung, er bedeutet auch eine Erleichterung für die Situation der Frauen und Kinder, die für das Herbeischaffen des Wassers verantwortlich sind.

KHW Bohrgerät in Uganda

Leben ohne Wasser - Ursache für fehlende Nahrung

Wir führen seit 1986 Wasserprojekte in Uganda und Sambia durch. Die Menschen in den ländlichen Regionen leben größtenteils von kleinen landwirtschaftlichen Anbauprojekten. Die Produkte werden für die eigene Familie gebraucht oder auf dem Markt verkauft. Dabei ist der durchschnittliche Verdienst der Familien zwischen 1,50 und 10 Euro im Monat erschreckend niedrig. Dazu kommt, dass der Anbau von Agrarprodukten durch das fehlende Wasser problematisch ist.

Zwei Beispiele für unsere Projektstandorte:

1. Im Osten Ugandas, im Iganga Distrikt, liegt das Dorf Nabukima
etwa 16 km von der Stadt Bugiri entfernt. Im Dorf und dem dazugehörigen Umkreis leben ca. 2.500 Menschen. Das ungereinigte Trinkwasser wird aus einem Sumpfgebiet geholt. Die Frauen und Kinder tragen das Wasser mit Kanistern über eine Entfernung von 6-8 km nach Hause.Sambia - Kinder vor dem KHW Dorfbrunnen

2. Im Kabompo Distrikt, im Nordwesten Sambias, liegt das Dorf Mufuli.
Bis zur Stadt Kabompo sind es 85 km. Im Dorf leben etwa 1.000 Menschen, es gibt eine Schule und eine kleine Krankenstation. Die nächstgelegene Wasserstelle mit ungereinigtem Wasser liegt in einer Distanz von 7 Kilometern beim Mufuli Fluss. Die Bewohner des Dorfes haben in einer Selbsthilfeaktion versucht, ein ausgetrocknetes Flussbett zu nutzen, indem sie dort Brunnen gegraben haben, aber nach dem Regen trocknet der Kanal sehr schnell wieder aus.

Weltweit

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