Im Januar hat unser dreijähriges Wasserprojekt in Sambia begonnen. 41 Brunnen werden mit der Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in unterentwickelten Dörfern im Süden des Landes gebohrt. Die Förderung beträgt 75 % der Gesamtkosten. So vervierfacht sich jeder gespendete Euro. Insgesamt erhalten mehr als 21 300 Menschen in 27 Dörfern Zugang zu sauberem Trinkwasser in unmittelbarer Umgebung. Die Standorte befinden sich in der trockensten Provinz Sambias mit dem niedrigsten durchschnittlichen Regenfall. Es gibt war zwei große Flüsse, doch trocknen die Nebenflüsse in der Trockenzeit fast gänzlich aus. Das fehlende Wasser führt zu Ernteausfällen und verstärkt die ohnehin große Armut der Menschen.
Alle ausgewählten Dörfer sind uns durch eine jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Patenschafts- Programm oder durch Seminare zur Hygiene, Lebenshilfe und Gesundheitserziehung bekannt. Verantwortlich für unser Wasserprojekt ist unser leitender Mitarbeiter Kirk Hoffman, der in Afrika aufgewachsen ist und seit über 30 Jahren in verschiedenen afrikanischen Staaten u. a. für die Vereinten Nationen gearbeitet hat.
Eine in Sambia ansässige Bohrfirma wurde beauftragt und kümmert sich um die Bohrung, die Bodenplatte und die Installation der Pumpe. Die ausgewählte Handpumpe ist in Afrika sehr verbreitet und hat sich als leistungsfähig, leicht einbaubar und betriebssicher erwiesen. Das robuste Gehäuse aus verzinktem Stahlblech bietet Schutz gegen Korrosion und Verschmutzung.

Handpumpe im Dorf Siajoba Sambia
Die Handpumpe ist fertiggestellt

Die Dorfbevölkerung ist aktiv in das Projekt eingebunden. Es werden Pumpen- und WASH-Komitees gebildet (WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene), Pumpen-Verantwortliche ausgebildet und Hygieneschulungen durchgeführt. Die WASH-Komitees bestehen mindestens zu 50 % aus Frauen, da gerade Frauen bei Veränderungsprozessen in den Familien eine entscheidende Rolle spielen. Nach Schulung der WASH-Komitees geben diese das erlernte Wissen an Kinder und Jugendliche in den Schulen und in regelmäßigen Treffen an die gesamte Dorfbevölkerung weiter. Alle zahlen eine Wassergebühr, die das Gehalt der Pumpen-Verantwortlichen und die Instandhaltung der Brunnen sicherstellen soll.

 

Wie geht das Projekt voran?

Wasserstelle beim Dorf Kapongo Sambia
Eine typische Wasserstelle.

Nach Zusammenstellung des Teams fanden Vorgespräche in den Dörfern statt. Alle haben eine Vereinbarung unterzeichnet und damit die Verantwortung für die spätere Wartung und Instandhaltung ihres Brunnens übernommen.
Während der Gespräche in Makunka fing das Strohdach einer Hütte auf einmal Feuer. Ohnmächtig mussten alle zusehen, wie die Hütte in Flammen aufging. Welche Tragik: Wasser zum Löschen gab es nicht! Die nächste Wasserstelle ist vier Kilometer entfernt! Zum Glück konnten wenigstens die Habseligkeiten der älteren Bewohnerin gerettet werden.

Im Dorf Makunka brennt eine Hütte
Plötzlich fängt eine Hütter Feuer.

Anfang Juli fiel dann der Startschuss für die Bohrarbeiten. Bis Ende August wurden 30 Bohrungen durchgeführt, 22 davon erfolgreich. Mittlerweile sind 10 Brunnen in Betrieb.
Die Bohrfirma wird zu allen Standorten von Mitarbeitern unseres Kinderhilfswerks begleitet, um die enge Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung und eine Aufsicht über die Bohrungen zu gewährleisten.
19 Brunnen stehen auf der Warteliste. Im Dezember beginnt die Regenzeit und bis dahin ist noch viel zu tun.

 

 

Weltweit

/*