Das House of Hope ist fertig!


2013. Am 21. September 2013 fand nach zwei Jahren Bauzeit die Einweihung des House of Hope in Pignon statt. Seit 20 Jahren hat Pastor St. Dieu den Traum, ein Zuhause für Waisen und notleidende Kinder zu bauen. Jetzt wurde der Traum wahr! 50 Kinder ohne Perspektive auf ein besseres Leben können aufgenommen werden. Eine Reisegruppe aus Deutschland reiste zu dem feierlichen Anlass nach Haiti und weihte als erste Übernachtungsgruppe das neue Gästehaus ein.
Mit genügend Abstand voneinander haben alle Häuser ihren Platz zwischen Palmen und Mangobäumen gefunden.

Zur Einweihung kamen Vertreter von Regierung und Stadt, Kirchen, Handwerker, Mitarbeiter, Familien und Patenkinder zusammen. Ein besonderer Hingucker auf dem festlich geschmückten Gelände waren die weißen und rosafarbenen Papier-Girlanden, die ein junger Helfer in mühevoller Handarbeit ausgeschnitten hatte. Bei tropisch heißen Temperaturen versammelten sich alle Gäste um die Bühne zwischen den Gebäuden. Zu Beginn wurden die haitianische und die deutsche Fahne an meterhohen Bambusstangen gehisst, begleitet von der Nationalhymne des jeweiligen Landes.
Pastor St. Dieu schaute zurück und würdigte das Engagement aller Beteiligten, die den Bau der verschiedenen Gebäude mit viel Engagement vorangetrieben und unter schwierigen Bedingungen pünktlich fertiggestellt haben. Schwierig war u.a. die Beschaffung des Materials. Es musste über weite Distanzen auf teils unbefestigten Straßen transportiert werden. Zusätzlich erhöhten sich die Preise während der Bauphase. Ein bunter Blumenstrauß von Grußworten brachte die Freude und den Dank der Redner über das House of Hope zum Ausdruck.

Hidson Nelson, Vertreter der Abgeordnetenkammer, war bewegt: „Heute beginnt eine neue Ära in Pignon. Denn bevor eine Stadt gezwungen ist, ein Gefängnis für straffällige Jugendliche zu bauen, sollte sie Zeit und Kraft investieren, um Kindern ein behütetes Zuhause zu bieten und sie vor Kriminalität zu schützen. Ich hoffe, dass die Kinder, die hier aufwachsen, Vorbilder unserer Gesellschaft werden. Im Namen unseres Landes: Danke!"
Auch die Patenkinder hatten fleißig geübt und bereicherten das Programm mit Liedern und Gedichten. Bald werden sie das idyllisch zwischen Zuckerrohrplantagen gelegene Gelände mit Lachen, Toben und buntem Leben erfüllen. Bälle, Springseile und Luftballons, die aus Deutschland mitgebracht wurden, warten schon auf sie.
Nach dem offiziellen Teil des Programms freuten sich alle auf die Begegnung miteinander bei kühlen Getränken und einem liebevoll zubereiteten Festessen. Hier durfte das traditionelle Reisgericht mit schwarzen Bohnen selbstverständlich nicht fehlen!

Container
Für die Innenausstattung der Häuser haben wir auf Bitte unserer Mitarbeiter einen Container mit stabilen Betten, Stühlen, Tischen und Haushaltsartikeln aus Deutschland nach Haiti geschickt. Mit an Bord sind liebevoll zusammengestellte Päckchen der Paten für ihre Patenkinder. Der Container ist momentan im Hafen von Port-au-Prince. Die Auslieferung verzögert sich wegen eines Zollstreiks und fragwürdigen bürokratischen Forderungen. Viele Patenkinder sind vorübergehend im Haus von Pastor St. Dieu untergekommen. Alle warten sehnsüchtig auf den Container und seinen Inhalt.
Bei aller Freude über das neue House of Hope spüren wir die Verantwortung für die Kinder und ihre Zukunft. Sie haben traumatische Erlebnisse hinter sich: Erdbeben, Verlust von Eltern, Cholera und Hurrikans. Sie kennen Armut und Hunger. Wird das House of Hope den traumatisierten Kindern ein wirkliches Zuhause, in dem sie Geborgenheit und Liebe finden? Werden sich die Kinder gut entwickeln und einen Weg aus der Armut finden? Werden die Spenden reichen?

Der Bürgermeister von Pignon hat es bei der Einweihung wunderbar auf den Punkt gebracht: „Entwicklung ist wie Musik. Jede Note und jeder Musiker sind wichtig. Aber nur zusammen ergeben sie eine schöne Melodie. In diesem Sinne tragen Spender, Kinderhilfswerk, Mitarbeiter und Behörden mit dazu bei, dass sich notleidende Kinder entwickeln können. Gemeinsam sind wir Teil einer wunderbaren Melodie!"

Weltweit

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