Santa Catarina

ein begnadetes Land

Über das Bundesland Santa Catarina im Süden Brasiliens sagte der Arzt und Naturforscher Freiherr von Langsdorff 1803: „Hier ist ein Land, das von der Natur in jedem Sinne begnadet ist." Ohne Frage eine treffende Aussage zu diesem kleinen Bundesland, das weithin berühmt ist für seine deutschen Fachwerkhäuser und sein Oktoberfest, aber auch beliebt durch seine schönen Städte und Strände. Flächenmäßig ist es mit seinen 95 443 km² etwas größer als Portugal. Im Bundesland Santa Catarina liegt auch das Fischerdorf Barra do Sul (= Fels des Südens). Der Ort ist in Brasilien der südlichste Standort der Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care.


Zur Situation  

Barra do Sul - ein Fischerdorf und seine Menschen
In dem Fischerdorf Barra do Sul mit seinen 8 500 Einwohnern erlebt der Besucher die üblichen Gegensätze Brasiliens als Schwellenland. In kaum einem anderen Land ist der Kontrast zwischen Arm und Reich, zwischen moderner Industrialisierung und einfachen Landwirtschafts- und Besitzstrukturen so deutlich. Es scheint als würden die Menschen in zwei verschiedenen Welten leben. Nach Angaben des BMZ* lebten 2009 6,14 % der Bevölkerung in Brasilien in extremer Armut.
Barra do Sul erlebt in den Sommermonaten etwas Tourismus, aber die Mehrzahl der Bevölkerung sind verarmte Fischerfamilien, die mit einem bescheidenden Verdienst von ca. 50 EUR im Monat leben müssen. Das ist auch nach den dortigen Verhältnissen nicht genug, um eine Familie zu ernähren. So wohnen viele Menschen in einfachen Hütten, in denen die Not zu Hause ist.
In diesen einfachen Holzhäusern gibt es keine Heizung und daher kaum eine Möglichkeit, in der Winterzeit genügend Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit zu bekommen. Gerade dann leiden die Familien auch unter Krankheiten und suchen Hilfe bei dem Projektleiter Pastor Paul Hinz. Er berichtet: „Jeden Tag kommen Menschen an unsere Tür und bitten um Hilfe, weil es ihnen schwer fällt, mit wenig Essen zu überleben."


Das Projekt  

Die goldene Regel der Hilfe
Mit unserem Patenschaftsprogramm unterstützen wir diese verarmten Familien mit einer monatlichen Gabe aus dem fernen Europa. Diese Hilfe wird koordiniert durch Pastor Paul Hinz und seine Frau. Wöchentlich gibt es ein Treffen aller Patenkinder mit einem kindgerechten Programm. Dabei werden fröhliche Lieder gesungen, eine biblische Geschichte erzählt und ein kleiner Imbiss gereicht. An die Familien werden Cesta Basica verteilt – Pakete mit Grundnahrungsmitteln. Regelmäßig besuchen die Mitarbeiter die Familien zu Hause in der gewohnten Umgebung, um gezielt auf Nöte und Probleme einzugehen.

Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe" wurden von Pastor Paul Hinz verschiedene Möglichkeiten entwickelt. Dazu gehören beispielsweise Kurse in der Stoffverarbeitung, Ernährung oder Kindererziehung. In jeder Familie wird nach entsprechenden Möglichkeiten gesucht, um eigenverantwortlich das Leben zu gestalten. So repariert ein Vater seit geraumer Zeit Fahrräder und erzielt dadurch einen kleinen Verdienst. Die goldene Regel lautet: „Wenn du einem Hungrigen einen Fisch gibst, dann hat er nur für heute etwas zu essen, wenn du ihm aber zeigst wie er angeln kann, dann hat er auch morgen etwas zu essen."

* Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Weltweit

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