Piraquara ist eine Stadt im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná und liegt etwa 11 km von Curitiba, der Hauptstadt Paranás, entfernt.
Piraquara hat ca. 93.000 Einwohner und ein tropisch - feuchtes Klima mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 24 °Celsius. Eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und häufige Niederschläge sind für diese Region typisch. Wir arbeiten in Piraquara mit inserem brasilianischen Projektpartener A Mão Cooperadora („Die Helfende Hand“) zusammen.

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Unsere Einrichtung umfasst eine Schule und eine Tagesstätte mit Ganztagsbetreuung, die bei der Bevölkerung in hohem Ansehen stehen. Brasilien ist ein Land voller Gegensätze: Wunderschöne Natur trifft auf zugebaute Städte und menschenunwürdige Lebensumstände in den Armenvierteln, den sog. Favelas. Eine reiche Oberschicht steht Hunderttausenden von Menschen gegenüber, die nicht wissen, wovon sie die nächste Rechnung oder gar den nächsten Einkauf bezahlen sollen. Die Wirtschaft schwächelt, große Firmen entlassen Mitarbeiter, kleine schließen ihre Türen für immer. Die Lebenshaltungskosten in Brasilien sind enorm gestiegen.

In dieser Not sind Eltern dazu gezwungen, jegliche Arbeit anzunehmen, selbst wenn sie ihre Kinder sich selbst überlassen müssen. In vielen Fällenführt die Arbeitslosigkeit zu Verwahrlosung, Drogen, Prostitution. Kindern, die so aufwachsen, fehlt es an vielem, vor allem an Fürsorge und Zeit, die ganz ihnen gewidmet wird. Die Hilfe hat sich im Laufe der Jahre verändert. In dem Schwellenland Brasilien haben sich staatliche soziale Strukturen entwickelt. So zahlen z. B. viele Städte die Gehälter der MitarbeiterInnen in den Kindertagesstätten. Wir konnten daraufhin unsere Patenschaftshilfe auf unsere Schule und die Kita in Piraquara konzentrieren, einer ärmeren Stadt, die keine Finanzierung leistet. Die Schule wurde durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) finanziert und ist jetzt, nach über 11 Jahren, ein fester Bestandteil der Stadt. Sie bietet Unterricht von der ersten bis zur neunten Klasse und wird von 600 Kindern besucht. Eltern übernachten in Zelten und stehen tagelang Schlange vor der Eingangstür, um ihre Kinder anzumelden. Sie schätzen die familiäre Atmosphäre und den hohen Bildungsstandard.

Im Oktober 2016 besuchte Beate Tohmé unsere Projekte in Brasilien: „Beim Betreten der Kita überreicht mir der fünfjährige Lucio schüchtern ein kleines gebasteltes Geschenk. Die Leiterin der Kita erzählt mir, dass Lucio vor einigen Monaten zu uns kam, kurz nachdem seine Mutter verstorben war. Er sprach nicht, war in sich gekehrt, und taute nur langsam auf. Mittlerweile redet er und fühlt sich wohl hier bei uns. Der Vater bemüht sich, den Jungen gut zu versorgen. Er kommt zu jedem Elternabend! Während meiner Brasilien-Reise gab es überall Begegnungen mit ehemaligen Patenkindern, die jetzt als Lehrer/in, PastorIn, Angestellte oder Selbstständige ihren Platz im Leben gefunden haben. Besonders bewegt hat mich, dass viele in unseren Einrichtungen tätig sind und das an Kinder weitergeben, was sie selbst empfangen haben. Die liebevolle, herzliche Atmosphäre bei A Mão Cooperadora ist echt und spürbar. Ich freue mich, dass unser Kinderhilfswerk so einen wertvollen Beitrag für bedürftige Kinder in Brasilien leisten kann.“

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