Bildung


Zur Situation  

Das brasilianische Bildungswesen wird über öffentliche und private Institutionen gestaltet und untersteht dem Bundeserziehungs-ministerium. Die Grundschulausbildung ist kostenlos und obligatorisch. Das Schulsystem in Brasilien gliedert sich in eine Primar- und Sekundarschule. Zur Grundschule (Primar) gehören die ersten 8 Schuljahre. Es besteht eine Schulpflicht für alle Kinder, allerdings ist die Kontrolle der Schulpflicht kaum möglich. Untersuchungen haben ergeben, dass 90 % in ländlichen Regionen keine Schulbildung haben oder sie besuchten die Schule weniger als vier Jahre. Im ganzen Land lag die Analphabetenquote im Jahr 2012 bei knapp 9 % (BMZ*).
Für viele Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen reduziert sich die Schulbildung auf höchstens drei bis vier Jahre, in denen sie nur zwei Schuljahre, die erste und zweite Klasse, absolvieren. Oft müssen sie dann arbeiten oder die Eltern scheinen die Schullaufbahn dann abzubrechen, wenn Kinder eine Klasse wiederholen müssen. Die Einstellung zur Schule wird wesentlich durch die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Ursprungsfamilie bestimmt.


Das Projekt  

Das Kinderhilfswerk Global-Care betreibt in Piraquara, einer Stadt mit ca. 93 000 Einwohnern, eine Tagesstätte und seit 2003 eine Schule. Der Stadtteil ist geprägt von staubigen Erdstraßen, Arbeitslosigkeit und Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen. Die Familien leben von kleinen Dienstleistungen oder Gelegenheitsarbeiten (Tagelöhner, Handlanger, Papiersammler). Überall wo ein freies Stück Land ist, wird ein Garten angelegt, die Besitzverhältnisse sind oft ungeklärt. Es gibt keine Industrie, so sind viele Eltern den ganzen Tag unterwegs um in Curitiba einer Arbeit nachzugehen. Dabei sind die Kinder auf sich selbst gestellt.

In einer dreijährigen Bauzeit wurden ein neues Schulgebäude und eine Sporthalle erichtet. Das BMZ* hat sich mit einem Zuschuss von 75 % an den Gesamtkosten beteiligt. Für den laufenden Betrieb der Schule wollte die Stadt Piraquara dann 50 % der Kosten übernehmen. Aber bedingt durch eine Finanzkrise kann die Behörde nicht zu ihrem Versprechen stehen.
Durch die langjährige positive Arbeit im Stadtteil war die Annahme der Schule kein Problem. So wird die Schule heute von 550 Kindern besucht und es besteht eine Warteliste. Die Kinder zahlen einen Beitrag als Schulgeld, dennoch werden zur Finanzierung eines Schulplatzes pro Jahr 70 EUR für ein Kind benötigt. Wer kann den Kindern von Piraquara eine Lebensperspektive geben?

* Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Weltweit

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