Krankenstationen in Uganda

 

Die Situation  

Die Beschreibung der medizinischen Versorgung in Uganda ist schwierig. Laut Statistik kommen 21 700 Einwohner auf einen Arzt, darüber hinaus bestehen diagnostische Probleme und es gibt kaum zuverlässige Zahlenangaben. Aber die wenigen Fakten zeichnen doch ein recht dramatisches Bild. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 58 Jahren (BMZ Stand 2011), von 1000 Neugeborenen sterben über 120 Säuglinge bevor sie das erste Lebensjahr erreichen und ein Fünftel aller Kinder bevor sie fünf Jahre alt werden. Unter den häufigsten Todesursachen in Uganda haben nach einer Statistik aus dem Jahr 1993 die nicht näher definierten Ursachen (dazu gehören Bürgerkriege, Unfälle und nicht diagnostizierte Krankheiten) 51 % eingenommen. Aber bei den bekannten Todesursachen nimmt Malaria mit 19 % einen Spitzenplatz ein. In der Gruppe der Zwei- bis Vierjährigen liegt die Todesursache durch Malaria sogar bei 30 %.


Das Projekt  

In Uganda betreiben wir mit unserer Partnerorganisation Kinderhilfswerk Uganda insgesamt fünf Krankenstationen (Mawanga, Kirongero, Nampunge, Busiro und Kasubi). Sie befinden sich überwiegend im ländlichen Bereich ohne ausreichende medizinische Versorgung. Im Jahr 2010 wurden in allen fünf Stationen 26 716 Patienten behandelt.
Hier nun ein Beispiel aus dem Mittelpunktdorf Mawanga. In dem Dorf Mawanga im Osten des Landes betreiben wir eine Kranken- und Entbindungsstation. 20 000 Menschen in der Umgebung haben sonst keine medizinische Versorgung. Die Station dient zur pränatalen Betreuung von Frauen.
Folgende Projektziele werden verwirklicht:
• Aufbau einer medizinischen Basisversorgung
• Betreuung und Hilfe bei Entbindungen
• Präventive Betreuung
• Behandlung von Unfällen und Verletzungen
• Verfügbarkeit von notwendigen Medikamenten
Aus soziokulturellen und gesundheitlichen Gesichtspunkten stellt eine solche Krankenstation in einer sonst verlassenen Gegend einen großen Fortschritt dar.


Der Weg war zu weit...  

Die Geschichte ereignete sich vor Inbetriebnahme der Krankenstation. Eine von vielen typischen Geschichten aus dem Dorf. Ein 12-jähriger Junge aus Mawanga ist schwer erkrankt: Fieber, es geht ihm sehr schlecht. Der Vater transportiert seinen Jungen auf dem Fahrrad durch unwegsames Gelände nach Bugiri. 30 km Feldweg müssen bewältigt werden. Aber der Weg ist zu weit und das Kind stirbt unterwegs. Das ist eine von unzähligen traurigen Geschichten aus dem Dorf. Darum die verständliche und eindringliche Bitte von Pastor Paul aus Mawanga: „Bitte helft uns im Namen Jesu!" Die Gebäude sind fertig gestellt, aber nun gilt es, das Haus mit Leben zu füllen.


Ehemaliges Patenkind leitet die Krankenstation  

Benson Namara aus Uganda verlor schon früh seine Eltern und damit auch alle Zukunftswünsche und Träume. Als einer von 13 Millionen Waisenkindern in Afrika hatte der kleine Junge aus dem Westen Ugandas eine trostlose Zukunft vor sich. Sein Traum, eines Tages Arzt oder Krankenpfleger zu sein, rückte in weite Ferne...
Wer sollte die Schulgebühren oder ein Studium für ihn bezahlen?
Und dann erfüllten sich Bensons Träume doch! Pastor Ignatius und seine Frau Mary aus Rukungiri nahmen den Waisenjungen in ihre Familie auf. Paten aus Deutschland unterstützten Benson und sorgten dafür, dass er zur Schule gehen und anschließend eine Ausbildung absolvieren konnte. Nun wird er unter der Aufsicht eines Arztes in Mawanga die Verantwortung für die Krankenstation übernehmen.


Wie können Sie helfen?  

Da die betreuten Patienten überwiegend aus der armen Bevölkerungsschicht kommen, haben alle Krankenstationen ein finanzielles Problem. In Mawanga müssen monatlich etwa 520 EUR aufgebracht werden. Darin enthalten sind Gehälter für die Mitarbeiter, Medikamente und Unterhaltskosten. Die Einnahmen liegen aber nur bei ca. 60 EUR im Monat.
• 100 EUR monatlich werden für eine Hebamme oder einen Krankenpfleger benötigt.
• Mit 70 EUR im Monat kann eine Krankenschwester finanziert werden.
• 40 EUR monatlich werden für einen Wachmann oder eine Reinigungskraft benötigt.


Eine Spende in beliebiger Höhe für Medizin trägt dazu bei, Leben zu retten.



Weltweit

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