SAMBIA Sauberes und sicheres Wasser für ländliche Gebiete


Im Juni 2016 konnte unser dreijähriges Wasserprojekt in Sambia erfolgreich abgeschlossen werden. 41 Brunnen mit Handpumpe sind in 41 Dörfern installiert. Jeder Brunnen kann mindestens 10 Liter Wasser pro Person am Tag das ganze Jahr fördern. Das Wasser hat eine gute Qualität und steht für ca. 20 500 Menschen zur Verfügung. Die Dorfbevölkerung war aktiv in das Projekt eingebunden. Es wurden in allen Dörfern Pumpen- und WASH-Komitees gebildet (WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene), Pumpen-Verantwortliche ausgebildet und Hygieneschulungen durchgeführt. Wasserpumpe SambiaIn den meisten Dörfern konnte ein Kostendeckungssystem installiert werden d. h. die Familien bezahlen eine monatliche Gebühr oder eine Gebühr für jeden gefüllten Kanister, um das Gehalt der Pumpen-Verantwortlichen und die Instandhaltung der Brunnen sicherzustellen. Da in Sambia kaum Schulungsmaterialien zur Pumpenwartung oder gar soziale Sensibilisierungen zu Hygiene-Praktiken vorhanden sind, wurde ein Berater beauftragt, Handbücher und –zettel zum Händewaschen*, zur Verhinderung von Wasserverschmutzung, zur Pumpenwartung und zur Erstellung von Merkblätter für Schulungszwecke zu entwickeln.Sambia tippy-tap


Auswirkungen des Projektes auf die Zielgruppe


- Der Lebensstandard der Menschen hat sich deutlich erhöht. Sauberes Wasser steht in ausreichender Menge zur Verfügung und die persönliche Hygiene wurde verbessert. Lt. Aussage der Dörfältesten haben Magen- und Darmerkrankungen speziell bei Kindern bereits drastisch abgenommen.
- Besonders für Frauen und Kinder hat der reduzierte Zeitaufwand, der zur Wasserversorgung aufgewendet werden muss, für mehr Lebensqualität gesorgt. Die Zeitersparnis fördert die Chancen der Kinder zum Schulbesuch.
- Der Anbau von Agrarprodukten konnte verbessert werden. Für kleinere Gärten tragen die Brunnen zur Bewässerung bei.


Soll-Ist-Vergleich: Wirkungen definierter Ziele und Maßnahmen


- Die Standorte der Brunnen befinden sich in schwer zugänglichen Gebieten und in den trockensten Provinzen Sambias. Der Projektträger hat bewusst die Bohrungen in der Trockenzeit veranlasst, um den niedrigsten Grundwasserspiegel zu erreichen und hat die Bohrtiefe auf eine Tiefe von 60 Metern ausgerichtet. Damit ist eine ganzjährige Versorgung mit frischem Wasser gewährleistet. Das Risiko von Trockenbohrungen war generell hoch, daher wurde bereits bei der Projektplanung mit 10% Trockenbohrungen kalkuliert. Bei insgesamt 68 Bohrungen gab es im Ergebnis anteilsmäßig 27 nicht erfolgreiche Bohrungen, was einem tatsächlichen Anteil von 30% Trockenbohrungen entsprach.
- Bei der Auswahl der Verantwortlichen für die Hygieneschulungen wurde darauf geachtet, dass mindestens die Hälfte der Teilnehmer Frauen sein sollten, weil sie nachweislich das erworbene Wissen eher an Familienangehörige weiter vermitteln. Lt Rückmeldungen der Dorfältesten entsprachen allerdings nicht genügend Frauen den festgelegten Auswahlkriterien. Im Ergebnis wurden daher nur 25 % Frauen durch die Hygieneschulungen als WASH-Komitee-Mitglieder ausgebildet. Einige von ihnen kamen mit Baby auf dem Rücken zu der Schulung.
- Aus hygienischen Gründen wurde der Brunnenbereich durch eine Zaun- oder Mauereinfassung geschützt. Diese Einfassung erfolgte wie geplant, dennoch wurden im nachhinein einige der Zaun- oder Mauereinfassungen gestohlen, oft auch zweckentfremdet oder während der Trockenzeit von dem Vieh beschädigt, um an das Wasser zu gelangen. Der Projektträger hat in dem Fall veranlasst, dass Barrieren aus Holz gebaut werden.
- Das Projekt erlebte einen hohen Wechselkursverlust aufgrund der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Da der Projektträger das Projekt in US-Dollar kalkuliert hatte, stellte diese Entwicklung eine große Herausforderung dar. Trotz schwieriger Bedingungen und Herausforderungen wurde das Ziel von 41 Brunnen erreicht. Alle Brunnen liefern ausreichend Wasser in einer guten Qualität für die Zielgruppe.


1 + 3 = 4 Sie können viel bewegen!


Das Projekt wurde mit Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) durchgeführt. Die Förderung betrug 75% der Gesamtkosten.


So vervierfachte sich jeder gespendete Euro.


Projektlaufzeit: 01.01.2014 – 30.06.2016 Projektvolumen:506.465,71 EUR
Projektpartner: Kinderhilfswerk Zambia

Weltweit

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